der Donnerstag startete mit einem vielversprechenden Tagesprogramm: Es stand der Besuch in den einheimischen Familien an, also bei Familien von einigen Mitgliedern von Kushkalla. Nach dem Fruehstueck gingen wir zuerst einmal geschlossen auf den hiesigen Markt, der woechentlich stattfindet und alles aus der Region zu bieten hat. Der Markt war fuer unsere europaeischen Verhaeltnisse etwas "gewoehnungsbeduerftig", da die Produkte, meist Nahrungsmittel, einfach mehr oder weniger auf dem Boden lagen und Hygiene ein Fremdwort war. Selbst Fleisch lag oft so unguenstig, dass man in der draengelnden Menge schnell mal drauftreten konnte, wenn man nicht aufpasste. Im Angebot waren unter anderem auch Innereien und Schafskoepfe, aber auch lebende Schafe wurden gehandelt. Diese transportierten die Einheimischen bequemerweise einfach auf dem Dach ihrer Autos, Netz drueber, fertig.
| Schafstransport in den Anden |
Nachdem wir uns wieder zusammengefunden haben, wurden wir von unseren "Gastgeschwistern" abgeholt und mit zu den Familien genommen. Dabei blieben einige in Tinta, andere hatten einen etwas weiteren Weg von bis zu 1 1/2 Stunden in andere Doerfer vor sich. In den Familien konnten wir die Lebenswirklichkeit der andinen Bevoelkerung kennen lernen. Dabei durften wir im Alltag bei der Arbeit mithelfen. Das Spektrum zog sich von Brotbacken ueber Feldarbeit bis hin zu Tiere versorgen. Allerdings bedeutete diese Arbeit nicht eine solche, wie man sie in Deutschland kennt, sondern alles wird hier auf sehr einfachem Wege gehandhabt. Die Feldarbeit ist Handarbeit, ebenso das Brotbacken. Die Tiere werden zu den Weiden getrieben oder zu den naechsten Wasserloechern. Eben ein sehr einfaches und arbeitsreiches Leben. Einige durften einer Señora bei der Webarbeit zuschauen und die fertigen Ponchos begutachten. Das Mittagessen gab es ebenfalls in den Familien; zur "Freude" mancher gab es auch Cuy (Meerschweinchen). Der Besuch endete zum spaeten Nachmittag hin und wurde mit einer Abschlussrunde abgeschlossen. Hier kamen zum Teil sehr interessante und sehr lustige Geschichten zutage. Am Abend stellten wir uns und Deutschland an einem kulturellen Abend vor, indem zuerst gesungen wurde und Sebastian zusammen mit Patricia und Silvia eine Bildpraesentation vorstellte. Anschliessend wurde noch getanzt (Kreistanz), bei dem wir viel Spass hatten. Abschliessend kam es zu einem feucht-froehlichen Zusammentreffen in der oertlichen Diskothek (der einzigen in Tinta), wobei allerdings am naechsten Morgen mit einigen Verlusten zu "leben" war. Insbesondere den Tintenos wird dieser Abend wohl laenger in Erinnerung bleiben.
| Gastfamilie von Christiane |
Und schon wieder ist ein Tag vergangen. Die Zeit rennt und es geht steil auf die paar Tage in Cuzco und Macchu Picchu zu. Aber bis dahin haben wir noch einiges zu erleben und zu berichten!
Bis dahin und muchos saludos de Tinta,
Eure Perufahrer(i. A. Mathis und Sebastian)