Samstag, 14. August 2010

Familientag

Hola a todos!

der Donnerstag startete mit einem vielversprechenden Tagesprogramm: Es stand der Besuch in den einheimischen Familien an, also bei Familien von einigen Mitgliedern von Kushkalla. Nach dem Fruehstueck gingen wir zuerst einmal geschlossen auf den hiesigen Markt, der woechentlich stattfindet und alles aus der Region zu bieten hat. Der Markt war fuer unsere europaeischen Verhaeltnisse etwas "gewoehnungsbeduerftig", da die Produkte, meist Nahrungsmittel, einfach mehr oder weniger auf dem Boden lagen und Hygiene ein Fremdwort war. Selbst Fleisch lag oft so unguenstig, dass man in der draengelnden Menge schnell mal drauftreten konnte, wenn man nicht aufpasste. Im Angebot waren unter anderem auch Innereien und Schafskoepfe, aber auch lebende Schafe wurden gehandelt. Diese transportierten die Einheimischen bequemerweise einfach auf dem Dach ihrer Autos, Netz drueber, fertig. 
Schafstransport in den Anden

Nachdem wir uns wieder zusammengefunden haben, wurden wir von unseren "Gastgeschwistern" abgeholt und mit zu den Familien genommen. Dabei blieben einige in Tinta, andere hatten einen etwas weiteren Weg von bis zu 1 1/2 Stunden in andere Doerfer vor sich. In den Familien konnten wir die Lebenswirklichkeit der andinen Bevoelkerung kennen lernen. Dabei durften wir im Alltag bei der Arbeit mithelfen. Das Spektrum zog sich von Brotbacken ueber Feldarbeit bis hin zu Tiere versorgen. Allerdings bedeutete diese Arbeit nicht eine solche, wie man sie in Deutschland kennt, sondern alles wird hier auf sehr einfachem Wege gehandhabt. Die Feldarbeit ist Handarbeit, ebenso das Brotbacken. Die Tiere werden zu den Weiden getrieben oder zu den naechsten Wasserloechern. Eben ein sehr einfaches und arbeitsreiches Leben. Einige durften einer Señora bei der Webarbeit zuschauen und die fertigen Ponchos begutachten. Das Mittagessen gab es ebenfalls in den Familien; zur "Freude" mancher gab es auch Cuy (Meerschweinchen). Der Besuch endete zum spaeten Nachmittag hin und wurde mit einer Abschlussrunde abgeschlossen. Hier kamen zum Teil sehr interessante und sehr lustige Geschichten zutage. Am Abend stellten wir uns und Deutschland an einem kulturellen Abend vor, indem zuerst gesungen wurde und Sebastian zusammen mit Patricia und Silvia eine Bildpraesentation vorstellte. Anschliessend wurde noch getanzt (Kreistanz), bei dem wir viel Spass hatten. Abschliessend kam es zu einem feucht-froehlichen Zusammentreffen in der oertlichen Diskothek (der einzigen in Tinta), wobei allerdings am naechsten Morgen mit einigen Verlusten zu "leben" war. Insbesondere den Tintenos wird dieser Abend wohl laenger in Erinnerung bleiben.
Gastfamilie von Christiane

Und schon wieder ist ein Tag vergangen. Die Zeit rennt und es geht steil auf die paar Tage in Cuzco und Macchu Picchu zu. Aber bis dahin haben wir noch einiges zu erleben und zu berichten!

Bis dahin und muchos saludos de Tinta,
Eure Perufahrer
(i. A. Mathis und Sebastian)

Freitag, 13. August 2010

Erster Einblick in die andine Kultur

Hola,

Tempelruine in Raqchi
nachdem das Begruessungsfest aufgrund der allgemein vorherrschenden Muedigkeit fuer fast alle ein bischen kurz ausgefallen war, machten wir uns nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht (Kaelte und im Einzelfall Durchfall haben ein bischen gestoert) auf nach Raqchi, einem Dorf mit Inkaruine. Dort besichtigten wir den Tempel, Lagerstaetten und Wohngebaude, aber auch eine alte Opferstaette fuer Lamas und das Bad der Inkas.
Danach hatten wir den glorreichen Einfall einen Aussichtspuynktzu besteigen, der uns aufgrund der aeusserst duennen Luft an unserer koerperlichen Grenzen brachte, uns aber mit einem wunderschoenen Blick ueber das Tal und die umliegende Bergwelt lieferte. Nach dem ploetzlich erstaunlich leichten Abstieg wurden die ersten peruanischen Souvenirs angeguckt und teilweise auch gekauft.

Zum Mittagessen waren wir zurueck in Tinta und genossen eine etwas laengere Mittagspause, weil sich der Bischof der Region, den wir eigentlich treffen sollten, die Hora Peruana (so aehnlich wie die studentische Viertelstunde) voll ausnutzte. Nach dem wenig ergebnisreichen Treffen bekamen wir eine kleine Einfuehrung in die Cosmovisión Andina, einen Ueberblick ueber die andine Lebenswelt. Anschliessend ging es ueber zum Kochen, typisch deutsche Kaesespaetzle und peruanische Kueche. Der geplante Interkulturelle Abend fiel leider aufgrund konsequenter Muedigkeit nach ein paar deutschen Liedern ins Wasser und wurde auf den naechsten Tag verschoben.

Damit viele Gruesse von einem gelungenen Mittwoch
die Perufahrer (i.A. Sebastian und Mathis)

Mittwoch, 11. August 2010

Ein Tag Tinta

Hola a todos,

Im "Krankenhaus"
nach einem kurzen Abend mit schneller Begruessung und einem noch schnelleren Ende im Bett, hatten wir heute (Dienstag) den ganzen Tag Zeit, um uns Tinta anzuschauen. Nach einem guten Fruehstueck zu moderater Zeit, fuehrten uns die Tintenos durch ihren Ort und zeigten uns den Plaza de Armas, die dortigen Denkmaeler um Tupac Amaru II (welcher in Tinta geboren wurde) sowie dessen Haus. Ausserdem zeigten sie uns das oertliche "Krankenhaus" und das ISPTA (Instituto Superior Pedagógico Tupac Amaru), der Paedagogischen Hochschule, an der aber kaum noch Lehrer ausgebildet werden, sondern mehr Informatik und Tourismus als Studiengaenge hervorkommen.

ISPTA (Paedagogische Hochschule)
Im Anschluss der Fuehrung gab es ein leckeres Mittagsessen und eine kurze Mittagspause. Anschliessend ging es fuer die meisten (die, die nicht krank im Bett lagen oder einfach keine Lust hatten) hoch zu einer Kapelle auf einem Berg, von dem man einen schoenen Blick auf Tinta hat. Der Auf- und Abstieg dauerte etwa 45 min. In ueber 3000 m Hoehe ist ein solcher Aufstieg fuer Ungeuebte allerdings eine ordentliche "Tortour". Oben zeigten uns die Tintenos ein traditionelles Ritual, bei dem mit Cocablaettern die Apus, die Berggeister, verehrt wurden und man sich im Verlauf dessen etwas wuenschen konnte. Gegen 18:00 waren alle wieder unten und es folgte eine erste kurze Reflexion des Tages. Anschliessend gab es die woechentliche Messe, die dieses Mal nicht vom Ortspfarrer (da dieser nicht da war), sondern von Hans-Joerg gestaltet wurde. Die Messe war eine gelungene bilinguale Improvisation (Hans-Joergs Spanisch ist gar nicht schlecht!) und bereichterte unsere Erfahrungen bezueglich der Religion des jeweils anderen.


Blick auf Tinta
Nach der Messe folgte das Abendessen und direkt darauf die auf den heutigen Abend verschobene Fiesta zur Begruessung. Gleichzeitig feierten wir Hans-Joergs Geburtstag nach, bei dem innerhalb kurzer Zeit 2 grosse Torten uebergeben, angeschnitten, verteilt und gegessen wurden. Vorher durfte eine der Torten aber noch einen ordentlichen Schmatzer von Hans-Joerg ueber sich ergehen lassen. Von der Hermana Rosario erhielt er als Geschenk eine gestrickte, bunte Maske, die beidseitig verwendbar ist (aber recht gleich aussieht auf beiden Seiten). Auch wir hatten Geschenke, allerdings gingen diese an die Tintenos. Darunter war ein Puzzle mit einem Bild von uns sowie je ein T-Shirt der KHG fùer jeden der Tintenos, der der Partnerschaftsgruppe angehoert. Im Anschluss klang das Fest mit viel Musik und Tanz aus (Tanzen ist auf dieser Hoehe echt fordernd!) und endete erst spaet in der Nacht.

Des Padres Geburtstagstorte

Soviel zu diesem ersten ganzen Tag in Tinta. Der zweite folgt ganz sicher und wir werden ihn euch nicht vorenthalten!

Muchos saludos!
Eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis)

Dienstag, 10. August 2010

Eine Busfahrt, die ist lustig...

Hola a todos!

Nach zwei Tagen Fahrt (Sonntag - Montag) sind wir gluecklicherweise alle in Tinta angekommen.
Aber fangen wir von vorn an:

Nachdem wir am Samstag Lima angeschaut haben, stand am Sonntag schliesslich die Reise nach Tinta an. Vormittags hatten wir aber noch etwas Zeit fuer uns, die einige in der Stadt, andere in einem Pueblo Joven ("Junges Dorf"), einem Armenviertel Limas verbrachten. Nach dem Mittagessen versammelten wir uns samt Gepaeck zur Schluesselabgabe an der Rezetion des Hauses und verteilten uns auf verschiedene Taxen, die uns frueher oder spaeter alle zum Busterminal brachten. Dort begann unsere Reise, sie ganze 24 Stunden dauern sollte.

Der Bus stellte sich als recht luxurioes heraus, was in Anbetracht der langen Reisezeit natuerlich gut ankam. Allerdings war die Reise weit weniger bequem, wie sich spaetestens nach der Nacht und nach dem 4400 m - Pass herausstellte. Da wir ueber Cuzco fahren mussten (wegen einer Strassenblockade bei Arequipa), war unser Weg gespickt mit Passstrassen und Serpentinen. Nicht nur der schnelle Aufstieg auf ueber 4000 m Hoehe, sondern auch das stetige Gekurve (und insbesondere das!) machte vielen zu schaffen. Statt Fruehstueck gab es Kotztueten und die eigentliche schoene Gebirgslandschaft interessierte somit kaum jemanden. Schlafen war das Primaerbeduerfnis schlechthin, denn wer schlief konnte nicht spucken! Nur den Tintenos schien die Fahrt nichts auszumachen. Alles in allem konnte man zusammenfassend sagen, dass sich das angebotene Essen sammelte und Plastiktuetchen knapp wurden. Zudem waren alle bester Laune, als schliesslich Cuzco vor uns lag. Uebrigends eine sehr schoen gelegene Stadt. Vom Busterminal in Cuzco ging es wiederum mit Taxen zu einem anderen Terminal, an dem die Minibusse in die Umgebung von Cuzco abfuhren, so auch unsere zwei Minibusse, die uns nach Tinta bringen sollten. Das Gepaeck landete auf dem Dach, wir quetschten uns in die Busse, was leider noetig war, der die Busse eigentlich bloss 9 Personen fassten, wir aber 24 waren. Ewas beengt und mit Wagentueren, die nur noch durch Baender am Auto gehalten wurden, setzten wir unsere restliche Reise fort, die nochmals 2 Stunden dauerte. Doch die waren dann nur noch Peanuts nach der endlosen Busfahrt davor.

Im Bus nach Cuzco, noch bei guter Laune...
In Tinta angekommen wurden wir grossartig begruesst und es ging erstmal direkt zu den Unterkuenften. Den meisten ging es auch schon etwas besser, sodass wir zusammen unser erstes Abendessen im Andenhochland zu uns nehmen konnten. Da aber allen furchtbar nach schlafen zu Mute war, fiel die Begruessung nach dem Essen etwas mager aus und wurde auf den naechsten Tag verschoben. Schon gegen 9 Uhr schliefen die meisten von uns. Diese beiden Tage respektive die Busfahrt duerften allen noch laenger im Gedaechtnis bleiben. Gegen Mitternacht kamen dann noch Omar und Padre Hans an, die zuvor noch im suedlichen Peru unterwegs waren, um einen Kindergarten einzuweihen. Hans-Joergs Geburtstag war damit also schon vorbei. Dieser sollte sich aber keineswegs verfluechtigen...

Doch dazu mehr in unserem naechsten Eintrag!
Bis dahin noch viele Gruesse aus dem sonnigen und warmen (nachts aber sehr kaltem) Andenhochland!

Eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis, aus dem Internetcafe)

P.s.: Tinta liegt auf ueber 3000 m Hoehe. Daher wird es nachts sehr kalt. Allerdings kann man hier auch einen wunderbaren Sternenhimmel betrachten. Tagsueber ist es fast immer wolkenlos und sonnig. In der Sonne kann man eigentlich schon mit T-Shirt laufen, der Wind ist aber noch recht kuehl. Zudem sollte man sich vor der extremen Sonnenstrahlung gut schuetzen (Hut, Sonnencreme und -brille).

Sonntag, 8. August 2010

Visita a Lima Centro

Hola a todos!

Plaza de Armas
Heute (Samstag) stand ein besonders interessanter und wichtiger Punkt auf dem Tagesplan: Wir durften Lima unsicher machen! Das Zentrum Limas mit der Plaza de Armas und dem Praesidentenpalast sowie drei verschiedene Kirchenbesichtigungen waren das Ziel fuer den Vormittag. In eine der Kirchen verlagerten wir unseren Morgenimpuls, sodass wir eine kleine Kapelle fuer kurze Zeit unser Eigen nennen durften. Das Zentrum mit diesen Kirchen verkoerpert sozusagen die "schoene Seite Limas" (mehr oder weniger...). Nach einer interessanten Fuehrung unseres Guía Edu (mit Schirm) durch die Strassen Limas oberhalb und diversen Katakomben unterhalb der Stadt bzw. Kirchen, suchten wir in Chinatown ein nettes Restaurant auf und "stuermten das Buffet". Fuer etwa 5 EUR pro Person inkl. Getraenken haben wir uns den Bauch mit chinesisch-peruanischem Essen vollschlagen koennen.

23 + Fahrer in einem Bus...
Im Anschluss gab es eine Bustour auf einen nahegelegenen Berg, von dem man einen genialen Ueberblick ueber Lima haben konnte (sofern die Wolken und der Smog dies zuliessen). Vorerst mussten aber einige von uns die Nerven zusammenreissen, da der Weg nach oben recht spektakulaer mit vielen Kurven und steilen Abhaengen gespickt war. Nachdem also viele Nebelfotos gemacht wurden und alle wieder lebend unten angekommen waren, konnten wir den restlichen Abend mit dem verbringen, was jeder noch so machen wollte, bevor wir Lima am Sonntag verlassen werden.




Blick auf Lima (kleiner Teil)
Soweit von uns zu diesem grandiosen Samstag...
Muchos saludos de Lima y hasta pronto!
Eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis und Christiane)

Ende eines Vortrags...

Hallo zusammen,

der dritte Tag (Freitag) von unserem Workshop in Lima und schon heisst es "chao"!
Am Vormittag haben wir uns mit dem Thema Armut beschaeftigt und vor allem mit Nachkriegskonflikten und Versoehnung. Wir konnten viele Einsichten in die Realitaet des Buergerkriegs in Peru und seine Folgen einbringen.

Da gibts wirklich Rehe...

Am Nachmittag folgten wir der Einladung in die Universidad Católica, die uns sehr beeindruckt hat. Nach einer abschliessenden Reflexion ueber die behandelten Themen und Schlussfolgerung hatten wir die Moeglichkeit, den Campus genauer kennen zu lernen. In besonderer Erinnerung blieben zum einen die kaum scheuen Rehe, die den Campus besiedelten und auf spezielle "Diaet" waren (?) und der Hase Manchester, der einem Studentenpaar gehoerte.



Soweit zu diesem Tag und hasta luego aus Lima
eurer Partnerschaftsgruppe
(i. A. Yvonne)