Freitag, 20. August 2010

Machu Picchu

Hola!

Heute gibt es nun den vorerst letzten Blogeintrag, da unsere Reise hiermit vorbei ist. Der Eintrag berichtet von Montag, Dienstag und Mittwoch, unserer Zeit in Cuzco und Machu Picchu.
Am Montag ging es auf zum Machu Picchu, worauf sich viele bereits gefreut haben. Zuerst stand am Montagmorgen aber noch ein kurze Reflexion an, die sich auf die Zukunft der Partnerschaft bezog. Gegen Mittag bestiegen wir dann unseren angemieteten Bus auf der Plaza in Tinta zusammen mit den Tinteños. 2 Stunden dauerte die Reise nach Cuzco, wo wir zuerst einmal in unser Hotel eincheckten und die Koffer einlagerten. Nachdem wir die Tickets fuer die Weiterreise und Machu Picchu zusammen hatten, bestiegen   wir erneut einen Bus, der uns nach Ollantaytambo brachte, etwa 2 1/2 Stunden von Cuzco entfernt. Dort hatten wir Deutschen etwa 4 Stunden Aufenthalt, bevor unser Zug abfuhr. Die Peruaner mussten bereits frueher losfahren, da deren Zug direkt im Anschluss an unsere Ankunft abfuhr. Der Grund, weshalb wir nicht zusammen in einem Zug reisen konnten, liegt darin, dass die Peruaner zu einem verguenstigten Preis fahren koennen und daher von den gut zahlenden Touristen (wie wir) ferngehalten werden sollen, da unsere Tarife deutlich hoeher sind. Fuer die Touristen soll der "kleine Unterschied" verdeckt bleiben. Wir Deutschen nutzten die Gelegenheit, um zusammen in einem Restaurant unser Abendessen einzunehmen, was zwar etwas teurer aber sehr gut war. Gut war auch, dass wir mehr als 3 Stunden Zeit hatten, denn der einzige Wirt benoetigte fuer unsere Massenbestellung so lange, dass wir schon befuerchten mussten, den Zug zu verpassen. Aber nach fast 3 Stunden hatte auch der letzte sein Essen vertilgt und um 23:15 fuhr dann unser Zug von Perurail nach Aguas Calientes ab. Von der schoenen Strecke hatten wir nicht viel, da es zum einen dunkel war und zum anderen die meisten von uns tief und fest schliefen. Die Bummelfahrt dauerte etwa 2 Stunden und gegen 1 Uhr nachts ereichten wir Aguas Calientes. Schon im Dunkeln konnten wir erahnen, welch schoene Gegend das dort ist, da sich maechtige Konturen sehr hoher und steiler Felshaenge abzeichneten. Doch die Muedigkeit trieb uns in unser kleines Nachtlager fuer 3 Stunden Schlaf, da wir bereits um 4 Uhr wieder aufbrechen wollten, um vor den Touristen und passend zum Sonnenaufgang oben zu sein. Um 4  Uhr brachen dann auch fast alle auf, allerdings mussten einige von uns aufgrund von Krankheit den Fussmarsch nach oben (der  etwa 90 min dauern sollte) absagen und stattdessen zu ueberteuerten Preisen mit dem Shuttlebus etwa eine halbe Stund enach oben fahren. Oben angekommen stellte sich dann die Anstrengung heraus, die noetig war, um die ueber tausend Stufen nach oben zu schaffen. Die Laufer waren trotz kuehler Morgenluft und Dunkelheit ordentlich durchgeschwitzt. Schon unzaehlige Touristen belagerten den Eingang und der Sonnenaufgang, den wir eigentlich auf dem Gelaende erleben wollten, erweckte uns bereits am Eingang mit seiner gesamten Schoenheit. Fuer Machu Picchu hatten wir den gesamten Vormittag Zeit und unser eigener Fuehrer Raul erklaerte und alles Wesentliche zu diesem unglaublichen Weltkulturerbe. Es blieb fuer einige sogar noch die Zeit, den Huayna Picchu zu besteigen, den "Jungen Picchu", den Berg bzw. Gipfel, der Machu Picchu ueberragt und auf jeder Postkarte hervorsticht. Der Aufstieg ist aufgrund der Gefaehrlichkeit begrenzt auf 400 Personen pro Tag und jeder Wagemutige wird erfasst, da es bereits Abstuerze gab. Aber alle Kletterer sind wohlbehalten und voellig beeindruckt wieder zurueckgekehrt und gegen 12 Uhr begann der Abstieg zurueck nach Aguas Calientes. Dabei bemerketn wir (endlich im Hellen) die Schoenheit der Gegend mit den gewaltigen, engen Felswaenden und dem dichten Nebelwald. Nuir der Ort selbst schien nicht recht dort hinein zu passen. Kurz nach 14 Uhr ging unser Zug von Inca Rail zurueck nach Ollantaytambo und von dort fuhr direkt wieder unser Bus zurueck nach Cuzco. Allerdings mussten wir noch auf die Peruaner warten, da deren Zug etwa 1 Stunde spaeter ankam. Die Zeit nutzten einige, um sich die dortigen Ruinen anzuschauen. Im Dunkeln erreichten wir dann nach zwei anstrengenden, aber wundervollen Tagen Cuzco. Der Abend war aufgrund der vorhaltenden Muedigkeit zweigeteilt: Einige gingen frueh zu Bett, andere feierten mit den Tinteños den letzten gemeinsamen Abend. Aber der wurde auch nicht so lang... ;-)

Am Mittwoch gab es nach dem Fruehstuck eine letzte Reflexion mit und von den Tinteños bezueglich der Zukunft der Partnerschaft sowie die Abschiedsgeschenke. Edu war der erste, der abreisen musste. Der restliche Tag war fuer die Besichtigung Cuzcos gedacht. Zuerst besichtigten wir Saksaywaman, eine Ruine einer Inkafestung, oberhalb von Cuzco gelegen mit herrlichem Blick ueber die Stadt. Danach ging es zum Coricancha, der Ruine des wichtigsten Inkatempels des damaligen Reiches. Es stehen nur noch die Grundmauern, die durcvh die Zerstoerung durch die Spanier uebrig blieben. Die Eroberer haben auf diesen Ruinen eine Kirche errichtet, die die Ueberreste wie ein Museum beherbergt. Anschliessend standen noch die Kathedralen auf dem Programm, aber da sich bereits einige weitere verabschieden mussten bzw. sich um die Weitereise kuemmern mussten, stand der restliche Nachmittag zur freien Verfuegung. Gegen Abend stand der Abschied von den Tintenos an. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen wurden weitere Gastegeschenke der Tintenos an uns verteilt und danach begann das Lebewohl sagen, das alle ziemlich mitnahm und bei allen fuer feuchte Augen sorgte. Abschliessend lies der Rest der deutschen Gruppe den Abend bei Bier und Pisco Sour ausklingen, es wurde schon in den ersten Errinnerungen geschwelgt und ueber die gemeinsame Zeit gelacht.
Fuer viele geht die Reise auf privatem Wege aber noch weiter, Richtung Chile, in die Selva oder nach Kolumbien oder bleiben direkt fuer ein Jahr in Suedamerika...die Wege trennen sich nach und nach. Am Freitag / Samstag sind die ersten bereits wieder in Deutschland und das naechste Zusammentreffen kommt wohl erst im Oktober / November. Das mit den Tinteños wird wohl noch mindestens 2 Jahre dauern, bevor einige von ihnen nach Deutschland reisen werden. Vielleicht aber sehen sich die einen oder anderen bereits schon frueher wieder....

Hiermit beende ich die offiziellen Eintraege ueber unsere Reise. Das Reisetagebuch ist an der letzten Seite angekommen, das der Partnerschaft aber noch laengst nicht, soviel hat sich aus unserem Besuch ergeben. Wir freuen uns auf jeden Fall auf den Besuch der Peruaner in 2 Jahren und auch jetzt schon auf unseren naechsten Besuch in 4 Jahren in Tinta!

Viele Gruesse von allen Mitreisenden und bis bald,
eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis)

Montag, 16. August 2010

Ordnung und Reise

Hallo an alle!

Wie ihr vielleicht bereits bemerkt habt, ist die Ordnung der Posts von diesem Wochenende etwas durcheinander. Es geht mit Sonntag los und endet mit Freitag. Dies ist aber leider so gelaufen, da wir aus Zeitgruenden zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben haben. Bitte lasst euch nicht verwirren!

Desweiteren steht heute (Montag) die Abreise nach Cuzco - Macchu Picchu an, die uns ganze 2 Tage beschaeftigen wird. Wann also der naechste Post kommt, bleibt noch abzuwarten. Aber dann koennt ihr euch sicherlich ueber interessante Neuigkeiten freuen!



P. s.: Posts ohne Bilder bedeuten nicht, dass wir keine haben, sondern, dass wir aus Zeitgruenden oder aus logistsichen Problemen keine einbauen konnten.

Schulbesuch

Hola a todos!

Am Freitag stand ein besonderes Ereignis an, naemlich ein Besuch in den oertlichen Schulen, den Primarias (Grundschulen) und den Secundarias (weiterfuehrende Schule). Dafuer wurden wir in kleine Gruppen eingeteilt und verteilten uns in die naehere Umgebung. Der Vormittag gestaltete sich somit sehr interessant und die Kinder bereiteten uns zusammen mehr oder weniger einen super Empfang (bei einigen von uns haperte es aber mit dem Empfang noch...). Wir schautren uns die Schulen an und besuchten den Unterricht. Dabei war dieser zum Teil auch in Quechua! Am Ende konnten wir noch Suessigkeiten verteilen, was fuer einige von uns sogar mitr kleinen Verletzungen ablief. Die Kinder zerkratzten uns regelrecht die Finger, wenn wir nicht schnell genug waren. Am Ende blieben keine Bonbons, aber dafuer blutige Finger uebrig.

Macchu Pitumarca
Nach dem Mittagessen fuhren wir gemeinsam mit den Tintenos zu einer nahen Inkastaette namens Macchu Pitumarca, sozusagen Macchu Picchu en Miniature. Wir hatten die Staette vollkommen fuer uns allein und konnten einen klasse Sonnenuntergang sehen. Noch waren wir nicht in Macchu Picchu, aber sicherlich kann der etwas kleinere Ort in Punkto Schoenheit ganz bestimmt mithalten! Waehrend einige die Ruinen begutachteten und viele Fotos schossen, kletterten andere auf den nahe gelgenen Gipfel und genossen die noch schoenere Aussicht.

Im Dunkeln kamen wir wieder in Tinta an und assen zu Abend. Anschliessend bereiteten wir ein nettes Fest vor, eine Foaga, sowas wie ein Lagerfeuerabend mit Musik und Tanz. Dieser endete auch erst wieder spaet in der Nacht.

Soweit zu diesem wunderbaren Tag und bis bald!
Eure Perufahrer
(i. A. Mathis)

Workshop und Feria

Hola,

Der Samstag begann wie immer mit einem Morgenimpuls und einem immer besser werdenden Fruehstuck. Heute stand zunaechst kein grosser Ausflug auf dem Programm sondern erstmal eine Praesentation der deutschen Geschichte von Sebastian, die ziemlich gut ankam, aber leichte Schwaechen in der Rechtschreibung offenbarte. Die Tintenos waren sehr interessiert und haetten noch viel mehr Fragen gehabt, aber es folgten eine Vorstellung der Region Cuzco, in der wir uns befinden, von Roxanna. Diese zeigte verschiedene Impressionen dieser einmaligen Landschaft, ging aber auch auf soziale Probleme, wie unterentwickelte Infrastruktur, die grosse Spanne zwischen Arm und Reich und Umweltverschmutzung durch Minenunternehmen ein. Anschliessend erzaehlt uns die Hermana Rosario etwas ueber Befreiungstheologie, einen Zweig der Theologie, der sich vor allem in Suedamerika entwickelte und aufgrund seiner angeblichen Naehe zum Kommunismus nicht so gern gesehen ist. Nach dem Mittagessen und einer kleinen Mittagspause ging es dann nach Sicuani. Dort besuchten wir erst den oertlichen Markt, der uns mit seiner Vielfalt beeintrugte, bevor uns Richtung Feria aufmachten, einer Art Viehausstellung mit angeschlossenem Festival. Zunaechst zogen uns die Lamas und Alpakas mit ihren lustigen Fellen in Bann, aber auch schoen rausgeputzte Schafe bekamen ihre Aufmerksamkeit, besonders von Frederike. Anschliessend ging es auf die andere Seite des Gelaendes zum Festival mit angeschlossenen Essensmoeglichkeiten. Dort probierten ein paar noch einmal Cuy (Meerschweinchen) um es von der „Things to do in Peru“- Liste abzuhaken, aber schmecken tat es nicht wirklich. Danach wurde der Platz vor der Buehne gestuermt. Generell muss man sagen, dass wir, da wir meist abseits der ausgetretenen Touristenpfade laufen, aufgrund unserer Hautfarbe, unserer Groesse (der durchschnittliche Peruaner hier ist circa 1,60 gross) und fuer den genauen Beobachter aufgrund unsere Augenfarbe schon ziemlich auffallen. Wenn man sich nun eine circa 20 Mann starke Gruppe aus „Gringos“ und Tinteños vorstellt, die wild tanzend eine echt gute Zeit haben, kann man sich die Blicke vorstellen. Wir wurden Opfer diverser Handyvideos und sogar vom Frontsaenger der Band lobend erwaehnt. Nach einem mal wieder lustigen Abend gingen wir muede ins Bett.
Hasta luego
Eure Perufahrer
(i.A. Sebastian)

Sonntag

Huhu aus Tinta,
am Sonntag haben wir leider schon unsere Abschlussreflexion ueber den Aufenthalt hier im Andendoerfchen durchfuehren muessen. Vieles hat uns im Nachhinein sehr ueberrascht, beeindruckt und zum Nachdenken angeregt: sei es das richtig wechselnde Tag und Nacht Klima (saukalt nachts und sonnenbrandheiss am Tag), die Kluft zwischen Moderne und Tradition, die Kosmovision Andina mit den Naturgottheiten und dem Christentum, ebenso der Gedanke, was passiert hier, wenn wir wieder weg sind?... Kurzum vieles wird uns noch weiter beschaeftigen und muss noch verarbeitet werden!
Am Mittag wurden wir von unseren Freunden hier bekocht: Super lecker! Kartoffel aus dem selbstgebauten Lehmofen, frischer Kaese, Oliven, Salat (!!!!),... und von den Schwestern wurde Pisco Sour zubereitet. Einfach klasse!
Nach einem allerdings recht flotten Mittagessen ging es dann angeheitert weiter nach Sicuani, wo wir zwei Projekte besuchten, bei denen einige der Gruppe Kushkalla mitarbeiten.
Zuerst ging es ins Haus Betlehem. Hier werden unter der Leitung eines italienischen Priesters, 15 Kinder, die aufgrund schwieriger Familienverhaeltnisse hier aufgenommen werden, betreut. Eine sehr beeindruckende Einrichtung, in der wir liebevoll aufgenommen wurden und von den Kindern an der Hand stolz durch ihr Haus gefuehrt wurden. Die Kinder bleiben hier, bis sie wieder in ihre Familie zurueck koennen oder zur Adoption freigegeben werden.
Das zweite Projekt, das Haus Nazareth, beherbergt taubstumme Kinder. Sie kommen meist recht spaet in die Einrichtung, da sich die Familien fuer sie schaemen und sie deshalb zuhause einsperren. Hier lernen sie die Gebaerdensprache und eigenstaendig ein Leben zu fuehren. Am Wochenende duerfen die Kinder wieder nach Hause. Ein Problem ist allerdings, dass die Kinder oft einfach nur zum Arbeiten nach Hause abgeholt werden.
Am Abend: Fiesta! Nach Huehnchen mit Pommes wurde der letzte Abend in Tinta lustig mit Tanz und Musik ausklingen gelassen.
Eine schoene Zeit geht leider zu Ende...
Herzliche Gruesse aus Tinta,
eure Yvonne

Samstag, 14. August 2010

Familientag

Hola a todos!

der Donnerstag startete mit einem vielversprechenden Tagesprogramm: Es stand der Besuch in den einheimischen Familien an, also bei Familien von einigen Mitgliedern von Kushkalla. Nach dem Fruehstueck gingen wir zuerst einmal geschlossen auf den hiesigen Markt, der woechentlich stattfindet und alles aus der Region zu bieten hat. Der Markt war fuer unsere europaeischen Verhaeltnisse etwas "gewoehnungsbeduerftig", da die Produkte, meist Nahrungsmittel, einfach mehr oder weniger auf dem Boden lagen und Hygiene ein Fremdwort war. Selbst Fleisch lag oft so unguenstig, dass man in der draengelnden Menge schnell mal drauftreten konnte, wenn man nicht aufpasste. Im Angebot waren unter anderem auch Innereien und Schafskoepfe, aber auch lebende Schafe wurden gehandelt. Diese transportierten die Einheimischen bequemerweise einfach auf dem Dach ihrer Autos, Netz drueber, fertig. 
Schafstransport in den Anden

Nachdem wir uns wieder zusammengefunden haben, wurden wir von unseren "Gastgeschwistern" abgeholt und mit zu den Familien genommen. Dabei blieben einige in Tinta, andere hatten einen etwas weiteren Weg von bis zu 1 1/2 Stunden in andere Doerfer vor sich. In den Familien konnten wir die Lebenswirklichkeit der andinen Bevoelkerung kennen lernen. Dabei durften wir im Alltag bei der Arbeit mithelfen. Das Spektrum zog sich von Brotbacken ueber Feldarbeit bis hin zu Tiere versorgen. Allerdings bedeutete diese Arbeit nicht eine solche, wie man sie in Deutschland kennt, sondern alles wird hier auf sehr einfachem Wege gehandhabt. Die Feldarbeit ist Handarbeit, ebenso das Brotbacken. Die Tiere werden zu den Weiden getrieben oder zu den naechsten Wasserloechern. Eben ein sehr einfaches und arbeitsreiches Leben. Einige durften einer Señora bei der Webarbeit zuschauen und die fertigen Ponchos begutachten. Das Mittagessen gab es ebenfalls in den Familien; zur "Freude" mancher gab es auch Cuy (Meerschweinchen). Der Besuch endete zum spaeten Nachmittag hin und wurde mit einer Abschlussrunde abgeschlossen. Hier kamen zum Teil sehr interessante und sehr lustige Geschichten zutage. Am Abend stellten wir uns und Deutschland an einem kulturellen Abend vor, indem zuerst gesungen wurde und Sebastian zusammen mit Patricia und Silvia eine Bildpraesentation vorstellte. Anschliessend wurde noch getanzt (Kreistanz), bei dem wir viel Spass hatten. Abschliessend kam es zu einem feucht-froehlichen Zusammentreffen in der oertlichen Diskothek (der einzigen in Tinta), wobei allerdings am naechsten Morgen mit einigen Verlusten zu "leben" war. Insbesondere den Tintenos wird dieser Abend wohl laenger in Erinnerung bleiben.
Gastfamilie von Christiane

Und schon wieder ist ein Tag vergangen. Die Zeit rennt und es geht steil auf die paar Tage in Cuzco und Macchu Picchu zu. Aber bis dahin haben wir noch einiges zu erleben und zu berichten!

Bis dahin und muchos saludos de Tinta,
Eure Perufahrer
(i. A. Mathis und Sebastian)

Freitag, 13. August 2010

Erster Einblick in die andine Kultur

Hola,

Tempelruine in Raqchi
nachdem das Begruessungsfest aufgrund der allgemein vorherrschenden Muedigkeit fuer fast alle ein bischen kurz ausgefallen war, machten wir uns nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht (Kaelte und im Einzelfall Durchfall haben ein bischen gestoert) auf nach Raqchi, einem Dorf mit Inkaruine. Dort besichtigten wir den Tempel, Lagerstaetten und Wohngebaude, aber auch eine alte Opferstaette fuer Lamas und das Bad der Inkas.
Danach hatten wir den glorreichen Einfall einen Aussichtspuynktzu besteigen, der uns aufgrund der aeusserst duennen Luft an unserer koerperlichen Grenzen brachte, uns aber mit einem wunderschoenen Blick ueber das Tal und die umliegende Bergwelt lieferte. Nach dem ploetzlich erstaunlich leichten Abstieg wurden die ersten peruanischen Souvenirs angeguckt und teilweise auch gekauft.

Zum Mittagessen waren wir zurueck in Tinta und genossen eine etwas laengere Mittagspause, weil sich der Bischof der Region, den wir eigentlich treffen sollten, die Hora Peruana (so aehnlich wie die studentische Viertelstunde) voll ausnutzte. Nach dem wenig ergebnisreichen Treffen bekamen wir eine kleine Einfuehrung in die Cosmovisión Andina, einen Ueberblick ueber die andine Lebenswelt. Anschliessend ging es ueber zum Kochen, typisch deutsche Kaesespaetzle und peruanische Kueche. Der geplante Interkulturelle Abend fiel leider aufgrund konsequenter Muedigkeit nach ein paar deutschen Liedern ins Wasser und wurde auf den naechsten Tag verschoben.

Damit viele Gruesse von einem gelungenen Mittwoch
die Perufahrer (i.A. Sebastian und Mathis)

Mittwoch, 11. August 2010

Ein Tag Tinta

Hola a todos,

Im "Krankenhaus"
nach einem kurzen Abend mit schneller Begruessung und einem noch schnelleren Ende im Bett, hatten wir heute (Dienstag) den ganzen Tag Zeit, um uns Tinta anzuschauen. Nach einem guten Fruehstueck zu moderater Zeit, fuehrten uns die Tintenos durch ihren Ort und zeigten uns den Plaza de Armas, die dortigen Denkmaeler um Tupac Amaru II (welcher in Tinta geboren wurde) sowie dessen Haus. Ausserdem zeigten sie uns das oertliche "Krankenhaus" und das ISPTA (Instituto Superior Pedagógico Tupac Amaru), der Paedagogischen Hochschule, an der aber kaum noch Lehrer ausgebildet werden, sondern mehr Informatik und Tourismus als Studiengaenge hervorkommen.

ISPTA (Paedagogische Hochschule)
Im Anschluss der Fuehrung gab es ein leckeres Mittagsessen und eine kurze Mittagspause. Anschliessend ging es fuer die meisten (die, die nicht krank im Bett lagen oder einfach keine Lust hatten) hoch zu einer Kapelle auf einem Berg, von dem man einen schoenen Blick auf Tinta hat. Der Auf- und Abstieg dauerte etwa 45 min. In ueber 3000 m Hoehe ist ein solcher Aufstieg fuer Ungeuebte allerdings eine ordentliche "Tortour". Oben zeigten uns die Tintenos ein traditionelles Ritual, bei dem mit Cocablaettern die Apus, die Berggeister, verehrt wurden und man sich im Verlauf dessen etwas wuenschen konnte. Gegen 18:00 waren alle wieder unten und es folgte eine erste kurze Reflexion des Tages. Anschliessend gab es die woechentliche Messe, die dieses Mal nicht vom Ortspfarrer (da dieser nicht da war), sondern von Hans-Joerg gestaltet wurde. Die Messe war eine gelungene bilinguale Improvisation (Hans-Joergs Spanisch ist gar nicht schlecht!) und bereichterte unsere Erfahrungen bezueglich der Religion des jeweils anderen.


Blick auf Tinta
Nach der Messe folgte das Abendessen und direkt darauf die auf den heutigen Abend verschobene Fiesta zur Begruessung. Gleichzeitig feierten wir Hans-Joergs Geburtstag nach, bei dem innerhalb kurzer Zeit 2 grosse Torten uebergeben, angeschnitten, verteilt und gegessen wurden. Vorher durfte eine der Torten aber noch einen ordentlichen Schmatzer von Hans-Joerg ueber sich ergehen lassen. Von der Hermana Rosario erhielt er als Geschenk eine gestrickte, bunte Maske, die beidseitig verwendbar ist (aber recht gleich aussieht auf beiden Seiten). Auch wir hatten Geschenke, allerdings gingen diese an die Tintenos. Darunter war ein Puzzle mit einem Bild von uns sowie je ein T-Shirt der KHG fùer jeden der Tintenos, der der Partnerschaftsgruppe angehoert. Im Anschluss klang das Fest mit viel Musik und Tanz aus (Tanzen ist auf dieser Hoehe echt fordernd!) und endete erst spaet in der Nacht.

Des Padres Geburtstagstorte

Soviel zu diesem ersten ganzen Tag in Tinta. Der zweite folgt ganz sicher und wir werden ihn euch nicht vorenthalten!

Muchos saludos!
Eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis)

Dienstag, 10. August 2010

Eine Busfahrt, die ist lustig...

Hola a todos!

Nach zwei Tagen Fahrt (Sonntag - Montag) sind wir gluecklicherweise alle in Tinta angekommen.
Aber fangen wir von vorn an:

Nachdem wir am Samstag Lima angeschaut haben, stand am Sonntag schliesslich die Reise nach Tinta an. Vormittags hatten wir aber noch etwas Zeit fuer uns, die einige in der Stadt, andere in einem Pueblo Joven ("Junges Dorf"), einem Armenviertel Limas verbrachten. Nach dem Mittagessen versammelten wir uns samt Gepaeck zur Schluesselabgabe an der Rezetion des Hauses und verteilten uns auf verschiedene Taxen, die uns frueher oder spaeter alle zum Busterminal brachten. Dort begann unsere Reise, sie ganze 24 Stunden dauern sollte.

Der Bus stellte sich als recht luxurioes heraus, was in Anbetracht der langen Reisezeit natuerlich gut ankam. Allerdings war die Reise weit weniger bequem, wie sich spaetestens nach der Nacht und nach dem 4400 m - Pass herausstellte. Da wir ueber Cuzco fahren mussten (wegen einer Strassenblockade bei Arequipa), war unser Weg gespickt mit Passstrassen und Serpentinen. Nicht nur der schnelle Aufstieg auf ueber 4000 m Hoehe, sondern auch das stetige Gekurve (und insbesondere das!) machte vielen zu schaffen. Statt Fruehstueck gab es Kotztueten und die eigentliche schoene Gebirgslandschaft interessierte somit kaum jemanden. Schlafen war das Primaerbeduerfnis schlechthin, denn wer schlief konnte nicht spucken! Nur den Tintenos schien die Fahrt nichts auszumachen. Alles in allem konnte man zusammenfassend sagen, dass sich das angebotene Essen sammelte und Plastiktuetchen knapp wurden. Zudem waren alle bester Laune, als schliesslich Cuzco vor uns lag. Uebrigends eine sehr schoen gelegene Stadt. Vom Busterminal in Cuzco ging es wiederum mit Taxen zu einem anderen Terminal, an dem die Minibusse in die Umgebung von Cuzco abfuhren, so auch unsere zwei Minibusse, die uns nach Tinta bringen sollten. Das Gepaeck landete auf dem Dach, wir quetschten uns in die Busse, was leider noetig war, der die Busse eigentlich bloss 9 Personen fassten, wir aber 24 waren. Ewas beengt und mit Wagentueren, die nur noch durch Baender am Auto gehalten wurden, setzten wir unsere restliche Reise fort, die nochmals 2 Stunden dauerte. Doch die waren dann nur noch Peanuts nach der endlosen Busfahrt davor.

Im Bus nach Cuzco, noch bei guter Laune...
In Tinta angekommen wurden wir grossartig begruesst und es ging erstmal direkt zu den Unterkuenften. Den meisten ging es auch schon etwas besser, sodass wir zusammen unser erstes Abendessen im Andenhochland zu uns nehmen konnten. Da aber allen furchtbar nach schlafen zu Mute war, fiel die Begruessung nach dem Essen etwas mager aus und wurde auf den naechsten Tag verschoben. Schon gegen 9 Uhr schliefen die meisten von uns. Diese beiden Tage respektive die Busfahrt duerften allen noch laenger im Gedaechtnis bleiben. Gegen Mitternacht kamen dann noch Omar und Padre Hans an, die zuvor noch im suedlichen Peru unterwegs waren, um einen Kindergarten einzuweihen. Hans-Joergs Geburtstag war damit also schon vorbei. Dieser sollte sich aber keineswegs verfluechtigen...

Doch dazu mehr in unserem naechsten Eintrag!
Bis dahin noch viele Gruesse aus dem sonnigen und warmen (nachts aber sehr kaltem) Andenhochland!

Eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis, aus dem Internetcafe)

P.s.: Tinta liegt auf ueber 3000 m Hoehe. Daher wird es nachts sehr kalt. Allerdings kann man hier auch einen wunderbaren Sternenhimmel betrachten. Tagsueber ist es fast immer wolkenlos und sonnig. In der Sonne kann man eigentlich schon mit T-Shirt laufen, der Wind ist aber noch recht kuehl. Zudem sollte man sich vor der extremen Sonnenstrahlung gut schuetzen (Hut, Sonnencreme und -brille).

Sonntag, 8. August 2010

Visita a Lima Centro

Hola a todos!

Plaza de Armas
Heute (Samstag) stand ein besonders interessanter und wichtiger Punkt auf dem Tagesplan: Wir durften Lima unsicher machen! Das Zentrum Limas mit der Plaza de Armas und dem Praesidentenpalast sowie drei verschiedene Kirchenbesichtigungen waren das Ziel fuer den Vormittag. In eine der Kirchen verlagerten wir unseren Morgenimpuls, sodass wir eine kleine Kapelle fuer kurze Zeit unser Eigen nennen durften. Das Zentrum mit diesen Kirchen verkoerpert sozusagen die "schoene Seite Limas" (mehr oder weniger...). Nach einer interessanten Fuehrung unseres Guía Edu (mit Schirm) durch die Strassen Limas oberhalb und diversen Katakomben unterhalb der Stadt bzw. Kirchen, suchten wir in Chinatown ein nettes Restaurant auf und "stuermten das Buffet". Fuer etwa 5 EUR pro Person inkl. Getraenken haben wir uns den Bauch mit chinesisch-peruanischem Essen vollschlagen koennen.

23 + Fahrer in einem Bus...
Im Anschluss gab es eine Bustour auf einen nahegelegenen Berg, von dem man einen genialen Ueberblick ueber Lima haben konnte (sofern die Wolken und der Smog dies zuliessen). Vorerst mussten aber einige von uns die Nerven zusammenreissen, da der Weg nach oben recht spektakulaer mit vielen Kurven und steilen Abhaengen gespickt war. Nachdem also viele Nebelfotos gemacht wurden und alle wieder lebend unten angekommen waren, konnten wir den restlichen Abend mit dem verbringen, was jeder noch so machen wollte, bevor wir Lima am Sonntag verlassen werden.




Blick auf Lima (kleiner Teil)
Soweit von uns zu diesem grandiosen Samstag...
Muchos saludos de Lima y hasta pronto!
Eure Partnerschaftsgruppe
(i. A. Mathis und Christiane)

Ende eines Vortrags...

Hallo zusammen,

der dritte Tag (Freitag) von unserem Workshop in Lima und schon heisst es "chao"!
Am Vormittag haben wir uns mit dem Thema Armut beschaeftigt und vor allem mit Nachkriegskonflikten und Versoehnung. Wir konnten viele Einsichten in die Realitaet des Buergerkriegs in Peru und seine Folgen einbringen.

Da gibts wirklich Rehe...

Am Nachmittag folgten wir der Einladung in die Universidad Católica, die uns sehr beeindruckt hat. Nach einer abschliessenden Reflexion ueber die behandelten Themen und Schlussfolgerung hatten wir die Moeglichkeit, den Campus genauer kennen zu lernen. In besonderer Erinnerung blieben zum einen die kaum scheuen Rehe, die den Campus besiedelten und auf spezielle "Diaet" waren (?) und der Hase Manchester, der einem Studentenpaar gehoerte.



Soweit zu diesem Tag und hasta luego aus Lima
eurer Partnerschaftsgruppe
(i. A. Yvonne)

Freitag, 6. August 2010

"Wawa Wasi"


Hallo,

nachdem in der letzen Nacht das "Bierhaus", eine örtliche Disko, standesgemäß gerockt wurde, stellte sich das Aufstehen dementsprechend als schwierig heraus, da es auch diesen Morgen um 7:30 los ging. Nach Frühstück und Morgenimpuls mit den Tintenos ging es mit dem Workshop heute zum Thema "Frauenrechte" weiter. Judith und Friederike stellten die Geschichte und aktuelle Situation in Deutschland vor, danach hörten wir dazu etwas aus peruanischer Sicht. Nach der obligatorischen Kaffeepause, heute mit Pizza, ging es mit einer kleinen Diskussion und dem Zugang zu Bildung in Peru allgemein weiter. Anschließend wurde wieder gegessen (Diäten nach der Wiederkehr sind schon in der Planung).
Im Bus

Nach dem Essen folgte eine Exkursion zu einem sogenannten Wawa Wasi (Quetchua für Kinderhaus), quasi ein Kindergarten für Kinder von 7 Monaten bis 3 Jahren. In einem leicht überfüllten Bus machten wir uns auf den Weg nach Callao, einem etwas ärmeren Stadtteil in dem sich das Wawa Wasi befindet. Dort erwartete uns eine freundliche Delegation aus den hauptamtlichen Mitarbeitern der Einrichtung die uns herzlich begrüßten und uns in Gruppen durch die Räumlichkeiten führten. Dabei erklärten sie uns ihr Prinzip der intensiven Mitarbeit der Eltern, sowohl als bspw. Hersteller für Spielzeug als auch als ehrenamtliche Erzieher. Allerdings wurde unsere Aufmerksamkeit eher von den wahrlich süßen Kindern in Anspruch genommen. In ihren Miniponchos eroberten sie unsere Herzen im Sturm und schauten uns an, als wären wir Aliens. Die Aufmerksamkeit der Kinder war besonders auf unsere Fotoapparate gerichtet; das durfte Christiane zu ihrer Freude am intensivsten erfahren.
Kindergartengruppe

Am Ende der Führung erwartete uns mal wieder ein Essen, diesmal das, das auch die Kinder bekommen. Dieses bestand aus Schokocreme mit Hühnerblut, gebackene Teigtaschen mit Leberfüllung und Kleister (unidentifizierbare, dickflüssige Saftmischung), schmeckte aber besser als es klingt. Schließlich fuhren wir mit dem Bus durch den Berufsverkehr in Lima zurück zu unserer Unterkunft. Friederike musste ihre Reichtümer noch in die örtliche Landeswährung umtauschen, andere mussten Telefonkarten kaufen oder an Bankautomaten Geld abheben. Wieder gab es einen kleinen Kulturschock, weil ein ordentliches Sümmchen einfach auf der Straße gewechselt wurde, ein Vorgang, der in Peru total normal, aber für unsere deutschen Verhältnisse doch ein wenig komisch ist. Mit prall gefüllten Taschen kehrten wir pünktlich zum Abendessen zurück, bei dem es zu einer Kuchenschlacht kam, die Sebastian dank dreckiger Tricks gegen Monika und Julia gewann.
Gruppenbild

Mit einem letzten Abschlussgespräch und Einüben deutscher Lieder und Tänze für Tinta endete ein mal wieder gelungener Tag.

Bis bald, liebe Grüße
Eure Perufahrer
(i.A. Sebastian, Mathis, Christiane)

Donnerstag, 5. August 2010

Erste Grüße aus Peru

Unsere Unterkunft
Hallo,

hier ist endlich unsere erste Nachricht aus Peru. 6 Leute versuchen gerade einen vernünftigen ersten Eintrag zu fabrizieren, aber wir gehen erstmal chronologisch vor.

Zu früher Stunde trafen sich 10 wagemutige Perufahrer am Karlsruhe HBF, um die erste Etappe im Gott sei Dank klimatisierten ICE nach Frankfurt Flughafen anzutreten. Nach einer ruhigen Fahrt mit letzten Instruktionen von Friederike kamen wir am Flughafen an und sammelten unsere letzten 3 Nachzügler auf. Die großzügig berechnete Wartezeit wurde durch Auseinandersetzung mit der modernen Technik (Check-In Automat) und altmodisches Anstehen bei der Gepäckabgabe und Sicherheitskontrolle aufgebraucht. Manuel verabschiedete sich vorläufig Richtung Houston, der Rest der Gruppe machte sich auf nach Caracas. Die ersten 10 Stunden Flug vergingen wie im Flug(zeug) dank des Entertainmentsystems, besonders hervorzuheben ist hier der Film "Mit dir an deiner Seite", der einen Großteil der weiblichen Teilnehmer zu Tränen gerührt hat. Nach einem kurzen Aufenthalt in Caracas und einer Begegnung mit der tropischen "Luft" ging es weiter mit TACA-Airlines nach Lima. Auf dem Flug holte der Jetlag viele ein und Schlaf war die bervorzugte "Aktivität". Nur Hans-Jörg, Mathis und Sebastian kloppten eine Runde Skat nach der anderen und Judith war völlig begeistert von einem Pferdefilm auf dem Hello-Kitty Computer ihrer Nachbarin.
Nach dem also nicht allzu anstrengenden Flug landeten wir in Lima. Nach langwieriger Passkontrolle durften wir einreisen und mussten leider feststellen, dass trotz aller Hoffnung nicht alles Gepäck angekommen war. Judiths Gepäck war leider doch nicht bis nach Lima durchgekommen, sondern noch in Caracas. Danach wurden wir von Omar und Edu begrüßt und aufgrund der Müdigkeit (wir sind schließlich 22h unterwegs gewesen) war die Freude nicht soooo groß, endlich angekommen zu sein, sondern der vorherrschende Wunsch war ein Bett. Von Edu in Großraumtaxis gepackt, bekamen wir den ersten Eindruck des nächtlichen Limas, inklusive der Warnung, die Rucksäcke am besten auf den Boden zu stellen und nicht sichtbar auf dem Schoß zu lassen. Bald erreichten wir unsere Unterkunft, aßen unsere ersten peruanischen Früchte (Granadillas, Platanos de la Isla,...) und bezogen unsere Zimmer. Relativ zügig danach gingen wir schlafen.

Am nächsten Tag freuten wir uns darüber, dass auch Yvonne und Manuel angekommen waren, leider Manuel auch ohne Gepäck. Nach Ausschlafen (Franziska bis 12:30)und Frühstück mit leckeren peruanischen Früchten und Saft ("Wie heißt denn der 'Hugo' da?") erkundeten wir die nähere Umgebung oder besuchten die deutsche Gemeinde Limas. Kurz nach dem Mittagessen kamen auch die Tintenos an. Nach einer kurzen Besprechung der deutschen Gruppe gab es das erste Kennenlernen mit dem obligatorischen Kennenlernspiel, dieses Mal mit einer gewissen körperlichen Anstrengung. Nach uns selbst lernten wir Miraflores, ein Stadtviertel von Lima, kennen. Edu diente als Reiseleiter und Taxiorganisator, handelte die Preise der Taxis runter und erklärte uns etwas vom Stadtteilrathaus und einer Kirche, die "wegen irgendwas berühmt ist". Allerdings konnte er uns immer was zu Essen empfehlen und zwar immer "das Beste der Stadt". Nach dem Durchwandern eines kleinen Marktes, an dem Christiane ihr Babyalpaka ("very smooth") kaufte und alle die peruanischen Mützen bewunderten, machten wir uns in Richtung Larcomar auf, einem Einkaufszentrum mit wunderschönem Blick über den Pazifik, den wir leider nicht genießen konnten, da es schon dunkel war. Edu versorgte uns auf dem Weg weiterhin mit typisch perunischen Snacks, wie Bananenchips und Chaplins (Kekse). In Larcomar bewunderten wir die Shoppingvielfalt, die allerdings sehr amerikanisch geprägt war, und Omar wurde von Christiane fast zu Tode erschreckt - Lima ist halt doch nicht Karlsruhe. Nach dem Windowshopping hatten wir alle Hunger und Edu wollte uns in das beste Restaurant für Pollo (Hühnchen) bringen, allerdings gab es Missverständnisse mit den Taxifahreren, sodass wir leider doch nicht im besten Restaurant landeten, aber das Hühnchen stellte unseren peruanischen Feinschmecker zufrieden, die Pommes taten es leider nicht. Nach der kurzen, aber erfolglosen Suche nach einem Internetcafe, um hier was zu schreiben, die uns aber einen guten Einblick in die Lebenswelt Limas gab (Manuel hätte am liebsten die halbe Einkaufsstraße gekauft und gegessen), ließen wir den Abend mit einem gemeinsamen Bier ausklingen und begrüßten Monika, sodass wir endlich als Gruppe vollständig waren.

Am folgenden Tag wurden wir liebevoll von Friederike um 7:30 geweckt, Sebastian sogar zweimal. Nach einem Frühstück mit Erdbeershake und einem Morgenimpuls von Anika und Julia gingen wir zum ernsthaften Teil der Reise über, dem Workshop mit der Universidad Catholica. Nach einer Begrüßung von Salomón Lerner, dem Präsidenten des Instituts für Menschenrechte und Leiter der Wahrheitskommission, stellten sich die einzelnen Gruppen, die Studenten der Universität, die Tintenos und wir, vor. Yvonne übernahm als Gemeinderatsvorsitzende die Vorstellung der KHG mit Sebastian als Model. Nach dem Mittagessen hörten wir einen Vortrag über die Situation der Bildung in Peru. Aufgrund der Sprachbarriere mussten Edu, Omar und Claudia, eine deutsche Freiwillige aus Lima, übersetzen, obwohl wir natürlich alle perfekte Spanischkenntnisse haben (sollten).
Etwas verspätet ging es dann zum Abendessen (Kürbissuppe und Spaghetti Bolognese) über. An unseren multikulturellen Tischen wurde viel gelacht! Nach einem Aufwärmspielchen, dem klassischen Flaschendrehen mit Tanz-, Gesangs- und Gedichtseinlagen, ging es in das Viertel "El Barranco", einem Vergnügungsviertel hier in Lima. Die Musik wird hier so laut aufgedreht, dass die Lautsprecher scheppern! Nach diesem ausgefüllten Tag fallen alle todmüde ins Bett und freuen sich auf morgen.

Bis dahin viele liebe Grüße.
Eure Perufahrer
(i.A. Sebastian, Mathis und Christiane)

Donnerstag, 15. Juli 2010

Unser Online-Tagebuch für die Reise

Wir begrüßen euch ganz herzlich auf unserem Blog, den wir extra für unsere Reise nach Peru eingerichtet haben.

Dieser Blog ist ein Internet-Tagebuch, in dem wir unsere Erlebnisse für euch festhalten werden.

Hier werdet ihr während unseres Aufenthalts viele Neuigkeiten erfahren, sofern wir die Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen.

Wir freuen uns auf viele Interessenten, die unseren Blog verfolgen möchten. Also erzählt euren Freunden und Bekannten davon! Natürlich freuen wir uns auch auf eure Kommentare!

Bis dahin und nicht vergessen: ab dem 2. August könnt ihr hier unsere Reise mitverfolgen!

Eure Peru-Partnerschaftsgruppe "GuPI" 2010